Hilfe, dicker Bauch trotz Diät! | Stressbauch verstehen & loswerden

Unser Bauch. Nicht nur im Zentrum unseres Körpers, sondern auch Zentrum der Diskussionen rund um Fitness, Abnehmen und Schönheitsideale. Es scheint als hätte jeder etwas an seiner Körpermitte auszusetzen. Die Suche nach „Wie bekomme ich einen Sixpack“ bei Google ergibt ganze 11,5 Mio. Suchergebnisse.

Die Ursache eines dicken oder „gewölbten“ Bauches liegt nicht immer im Übergewicht: Unverträglichkeiten, Blähbauch, langes Sitzen, falsches Training, zu viel Alkohol und fettige Nahrung oder eben Stress. So kann der dicke Bauch auch zu einer Last für Menschen ohne Übergewicht werden.

Ein kleines „Bäuchlein“, welches aus einem Ungleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -verbrauch entstanden ist, ist aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich. Mehr Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen dieses Bauch- bzw. Körperfett zu reduzieren. Solange DU dich allerdings wohlfühlst (#bodypositivity) – ist das nicht notwendig.

Handelt es sich allerdings um einen Stressbauch, kann das ganze zu mehr als nur einem kosmetische Problem werden.

Ein gewölbter Bauch kann verschiedene Ursachen haben. Stress ist eine der möglichen. Wieso Stress einen dicken Bauch verursachen kann und was du dagegen tun kannst? Die Antworten findest du hier.
Ein gewölbter Bauch kann verschiedene Ursachen haben. Stress ist eine der möglichen. Wieso Stress einen dicken Bauch verursachen kann und was du dagegen tun kannst? Die Antworten findest du hier.

Wie entsteht ein Stressbauch und wieso ist das ungesund?

Stress ist nicht per se ungesund. Das richtige Maß wirkt wie ein Energyboost und hilft dir Höchstleistung zu bringen. Problematisch wird es nur, wenn dieser Energybooster dauerhaft angeschaltet ist. Ständige Infektionen, Schlafstörungen, chronische Müdigkeit, Kopfschmerzen und Herz-/Kreislaufprobleme können Warnsignale für Dauerstress sind.

Auch der Stressbauch ist ein Zeichen von einem dauerhaft erhöhtem Stresslevel. Doch was ist eigentlich dieses Stresslevel? Was passiert dabei in unserem Körper?

Stresshormone – Wenn das System aus dem Gleichgewicht kommt

Das Hormonsystem ist hochkomplex und bei weitem nicht endgültig erforscht. Um zu verstehen, wieso „Anti-Stress-Maßnahmen“ wie Meditation, Yoga & Co. Stress reduzieren können, möchte ich dir hier die 3 wichtigsten Stresshormone vorstellen: Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol.

Akute Stresssituation: Adrenalin & Noradrenalin

Stell dir den Start einer Stresssituation vor wie ein Rennen. Adrenalin und Nordadrenalin sind wie 2 Sprinter, die im Doppelpack als erstes voll durchstarten. Bei akutem Stress werden sie zuerst ausgeschüttet und sorgen für den Turbonantrieb.

Wirkung von Adrenalin

  • Weitung der Atemwege für eine höhere Sauerstoffzufuhr
  • Beschleunigung von Atmung, Herzschlag & Blutdruck
  • Ziel:
    • wichtige Organe auf Hochleistung fahren (Herz, Gehirn, Lungen & Muskulatur)
    • „unwichtige“ Organe herunterfahren (Organe des Verdauungstraktes, der Haut & Extremitäten (daher kommen kalte Hände bei Aufregung))

Wirkung von Noradrenalin

  • Erhöht unseren innen Antrieb und sorgt für einen klaren Kopf

Dauerstress – Cortisol

Nimmt die Stresssituation einfach kein Ende, wird die Rennstrecke also immer länger und die beiden Sprinter verlieren langsam aber sicher ihre Power. An dieser Stelle kommt das Cortisol (verstärkt) zum Einsatz – quasi der Marathonläufer in deinem Team.

Dieser Läufer funktioniert anders als die Sprinter und kann so das Team (deinen Körper) vor einer Niederlage (Leistungseinbußen) retten. Im übertragenen Sinne rettet er den Körper so vor den Folgen starken Stresses.

Wirkung von Cortisol

  • Hemmt Entzündungen
  • Natürliche Rhythmus:
    • Höchster Stand zwischen 6 & 8h Morgens
    • über den Tag sinkend (Tiefstand zwischen 0h und 4h morgens)
    • Peak am Morgen wirkt, soweit keine Störung vorliegt, wie ein natürlicher Espresso im Körper
  • Bremst die überschießende Reaktion des Immunsystems bei Stress
  • Mobilisation (freisetzen) von Glukose (Zucker)
    • Stress setzt den Körper in eine Art Fluchtbereitschaft
    • Das Gehirn fordert deswegen eine erhöhte Energiezufuhr
  • Lagerung der Energie im inneren Bauchraum („Kurzzeitspeicher“)

Diese Funktionalität des Cortisols hat unseren Vorfahren in der Steinzeit das Leben gerettet. So konnten sie besonders schnell und ausdauernd vor Gefahren flüchten oder einige Tage ohne Nahrung überleben (durch die Kurzzeitspeicher im Inneren Bauchraum).

Heute müssen wir jedoch weder vor einem Tiger flüchten noch tagelang hungern (außer wir kommen auf die Idee die neuste Fastenkur auszuprobieren…). Unser Schauplatz für Stress ist meisten am Schreibtisch, im Auto oder irgendwo zwischen Tür und Angel.

Was passiert mit der überschüssigen Energie?

Es wäre schön, wenn die bereitgestellte Energie für unsere „Flucht“ nun einfach wieder dort hin zurück wandert, wo sie in der Stresssituation geraubt wurde. Der Körper ist jedoch faul und will keine unnötige Energie verschwenden. Kinder lassen ihr Spielzeug auch am liebsten dort liegen wo so gespielt habe. Wozu auch aufräumen, wenn ich morgen weiterspielen möchte?

Cortisol und das böse Bauchfett

Das was bei Stress im inneren Bauchraum eingelagert wird, ist das sogenannte Viszeralfett (Fett zwischen den Organen im Bauchraum). Wird die Glukose nicht z.B. durch Sport verbraucht, lässt eine ständige Cortisol Produktion dieses weiterwachsen. Im medizinischen Bereich ist z.B. nachgewiesen, dass Patienten, die Cortison einnehmen müssen, durch die Behandlung zunehmen.

Wieso ein erhöhter Cortisolspiegel uns mehr essen lässt und welche Rolle unser Gehirn dabei spielt – dazu werde ich einen eigenen Blogbeitrag schreiben.

Viszeralfett ist, im Gegensatz zu lästigen Winkearmen & Co., ein aktives Organ, welches Entzündungen im Körper hervorruft. Diese fördern die uns allen bekannten Zivilisationskrankheiten wie z.B. Diabetes Typ II, Depressionen, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems bis hin zu Alzheimer oder Krebs.

Durch die Ablagerung im inneren Bauchraum, wird es oft nicht direkt durch äußerliche Pfunde sichtbar. Aus diesem Grund ist der Bauchumfang zusätzlich zum Körpergewicht (BMI) ein wichtiges Maß für den Gesundheitszustand geworden.

Diäten sind zwecklos gegen den Stressbauch, was hilft?

Bevor du jetzt allerdings panisch anfängst nach der nächst besten Diät zu suchen und dich täglich mit Sit-Ups zu quälen erinnere dich bitte kurz an das Rennen!

Stress wird erst dann ungesund, wenn es zu einer ständigen Cortisol Produktion führt. Also nur dann, wenn unser Marathonläufer ständig zum Einsatz kommen muss. Denn auch ein Marathonläufer ist irgendwann erschöpft. Betrachte ihn also als Joker, der so selten wie möglich eingesetzt werden sollte.

Die einzige Lösung, die langfristig gegen einen Stressbauch hilft liegt auf der Hand:

Stress reduzieren

Hierfür gibt es keine Patentlösung für jeden. Gesunder Umgang mit Stress ist eine Fähigkeit die erlernt werden muss. Ein Coach oder Mentaltrainer, der dir verspricht ein Schnellrezept zu haben, will nur das schnelle Geld.

Eine kleine Sache, die jeder sofort umsetzen kann, die nichts kostet und trotzdem eine große (präventive) Wirkung hat, sind:

~ P – A – U – S – E – N ~

Pausen, Pausen, Pausen. Gebe den Sprintern regelmäßig und ausreichende Pausen, damit sie wieder startklar für dein nächstes Rennen sind. Enttäuscht über diese banale Lösung?… „Weiß ich doch“?  Ich bin mir sicher diese Erkenntnis, wird niemandem vom Hocker hauen. Doch wie viele von uns halten sich tatsächlich daran?

Oft haben kleine Veränderungen die größte Wirkung!

Wichtig ist es konstant dran zu bleiben! Regelmäßig für 5 Minuten eine wirkliche (!!!) Pause zu machen ist jedem möglich. Ein kurzer Gang an die frische Luft, einmal kräftig strecken und dehnen, ein kurzer Schnack (Small-Talk) mit Kollegen in der Kaffee-Ecke (nicht über die Arbeit) oder einfach nur für 2 Minuten die Augen schließen und auf die Atmung konzentrieren. Hauptsache dein Gehirn bekommt eine Pause von deiner aktuellen Tätigkeit. Im besten Falle fern ab von einem Bildschirm oder Display.

Sollte es dir schwer fallen an Pausen zu denken, stelle dir einen Reminder ein. Entweder am Handy oder im Outlook, der dich regemäßig daran erinnert.

Nur 5 Minuten für deine Gesundheit

Denke daran: Es gibt selten etwas was soooo wichtig ist, dass es keine 2 Minuten warten kann! Ich wiederhole – nichts! Einzige Ausnahme: es geht um Leben oder Tod. Solange du also nicht im medizinischen Bereich arbeitest, wird dies äußerst selten vorkommen.

Das stille Örtchen heißt nicht umsonst so!

Mein kleines Geheimnis (also psssssst…!) – Ich persönlich nutze meine „biologische Uhr“ als regelmäßige Erinnerung. So bekommt „Das stille Örtchen“ gleich eine ganz andere Bedeutung. Nirgendwo anders sind wir so ungestört. Der perfekte Ort, um einmal tief durchzuatmen und sich mit positiver Energie aufzuladen.

Mit dieser Idee bin ich wohl nicht allein. So verriet z.B. Kaja Otto bei ihrem Vortrag auf der SMWHH, sich bei dem Gang zum stillen Örtchen jedes mal eine imaginäre Dusche aus Goldregen zu nehmen (Positive Energie rein) …. und die negative Energie…. kommt halt unten wieder raus …. Herrlich!

Alle Büroathleten können den Moment zusätzlich für eine kleine Dehneinheit nutzen:

  1. Arme nach hinten strecken (öffnet die Brustmuskulatur)
  2. Vorn über beugen (dehnt den unteren Rücken)
  3. Ausfallschritte (gegen die Verhärtung des Beinbeugers)

Ausreichend Trinken, hat also noch einen Vorteil: Du vergisst deine Pausen nicht!

Wie machst du am liebsten kleine Pausen?

 

 

 

 

 


27 Gedanken zu “Hilfe, dicker Bauch trotz Diät! | Stressbauch verstehen & loswerden

  1. Stress ist wirklich ein großes Problem unserer Gesellschaft das bestimmt so gut wieder mehr oder weniger gut kennt. Pausen bringen da für mich persönlich auch am meisten, kurz ein bisschen bewegen oder in Ruhe eine Tasse Tee trinken. Wenn es zwischendurch aber nicht klappt versuche ich immer mich danach besonders zu entspannen indem ich mir zum Beispiel eine Maske mache oder eine runde Yoga zur Entspannung.

    Liebe Grüße
    Sandra

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  2. Stress – Ein riesiges Thema in unserer Welt aber trotzdem nehmen es zu wenige Menschen wirklich war. Sehr toller Blogartikel mit interessanten Fakten, die ich gar nicht kannte 🙂

    Für mich ist Yoga immer eine gute Abwechslung, wenn ich gestresst bin 🙂

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  3. Ein wirklich schöner uns sehr informativer Beitrag. Ich mache mir leider auch zu oft selbst zu viel Stress und muss dringend versuchen, wieder etwas lockerer und entspannter zu werden. Deinen Tipp werde ich mal beherzigen. Meine Pausen sind im Moment vor allem die Gassirunden mit meinem Hund. Da kann ich immer wunderbar abschalten und habe gleichzeitig Bewegung.

    Alles Liebe

    Freya
    http://www.dieplaudertasche.com

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  4. Tolle Tipps und gut beschrieben. Stress ist aber auch eine Sache, wie man damit umgeht. Mein Leben wie ich es führe wäre für andere schon Mega-Stress. Für mich ist alles noch super. Allerdings gerate ich auch mal in Stress, weiß aber auch was dann zu tun ist. Und falls nicht – lese ich Deinen Beitrag nochmal.

    LG, Bea.

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  5. Ein toller Beitrag. Ich gönne mir meine Pausen auf Arbeit leider wirklich nur auf dem „stillen Örtchen“ einfach mal fünf Minuten für mich, an denen keine Patient etwas von mir wissen möchte. Oft klatsch ich mir dann noch ein bisschen kaltes Wasser ins Gesicht und atme tief durch, dann kann der Tag weiter gehen.

    Liebe Grüße

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  6. Huhu,

    ein sehr interessanter Artikel! Stress macht so viel mit dem Körper, was man selbst gar nicht weiß. Ich leide zwar nicht unter einem Stressbauch, aber dem Stress verdanke ich vermutlich eine andere Krankheit. Mittletweile gehe ich anders mit mir und meinem Körper um, damit der Stressfaktor möglichst gering bleibt.

    Liebe Grüße und schöne Ostern
    Sabrina

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  7. Stress bewirkt leider sehr viele negative Effekte auf dem Körper! Das mit dem Stressbauch wusste ich tatsächlich nicht. Danke für den interessanten Beitrag! Ich selbst versuche immer Stress so gut wie es geht zu vermeiden und das klappt zum Glück recht gut.

    Liebe Grüße
    Lisa

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  8. Hey du.
    Stressbauch? Das klingt witzig und ich habe da noch nie etwas von gehört. Danke trotzdem für deinen Beitrag dazu. War für mich sehr informativ. Stress macht viel aus, auf jeden Fall.

    Liebste Grüße,
    Sandra.

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  9. Wieder was dazu gelernt! Habe zwar keinen „Bauch“, aber dass er durch Stress auch entsteht wusste ich bislang auch noch nicht!
    Danke für diesen tollen informativen Beitrag! 🙂
    LG Sarah ❤

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